Byrd, William (1543-1623)
Vielleicht stammt WILLIAM BYRD aus Lincolnshire, wo zu jener Zeit der Familienname Byrd nicht selten vorkommt. Vielleicht bleibt der wahre Herkunftsort des »Father of Musicke« aber auch ewig im Dunkel der Geschichte verborgen, mangelt es doch bis heute an eindeutigen Belegen für einen einwandfreien Nachweis seiner Herkunft. Gewiss ist jedoch, dass er als Kind bei Thomas Tallis gelernt hatte, bevor er 1562 Organist am Dom zu Lincoln wurde, wo er später auch heiratete. Am 22.
Chilcott, Bob (*1953)
BOB CHILCOTT gilt als einer der beliebtesten zeitgenössischen Komponisten Großbritanniens. Die Musik, besonders aber die Chormusik, ist seit seiner Jugendzeit wesentlicher Bestandteil seines Lebens. So wurde er, nachdem er bereits als Chorknabe am berühmten King's College in Cambridge gesungen hatte, 1983 Mitglied der legendären King's Singers, denen er zwölf Jahre lang als Tenor die Treue hielt. In dieser Zeit prägte er mit zahlreichen Arrangements für dieses Ensemble nicht nur den typischen King’s-Singers-Sound, sondern entwickelte vor allem auch seine eigene musikalische Sprache.
Costeley, Guillaume (1531-1606)
GUILLAUME COSTELEY ist einer der Musiker, die zum Ruhm der französischen Chanson in bester Form beigetragen haben. Sein Stil ist im allgemeinen homophon, um die Verständlichkeit der Worte zu wahren; der strenge Kontrapunkt der niederländischen Meister blieb ihm fremd. Seine Melodik ist weitzügig, und er selbst behauptet, die gewöhnlichen Tongrenzen überschritten zu haben, um die Musik »plus aérée« zu machen und um »la rare étendue des belles voix desquelles notre ... roi ... a le plaisir de se servir en sa Chambre« nicht ungenutzt zu lassen.
di Lasso, Orlando (1532-1594)
Der im flandrischen Hennegau geborene und als Hofkapellmeister des Herzogs zu Bayern 1594 in München gestorbene ORLANDO DI LASSO gehört zu den gefeiertsten und bedeutendsten Komponisten der Hochrenais-sance. Sein Lebensweg hatte ihn zuvor an die musikalisch hochstehenden Adelshöfe in Frankreich und Italien geführt, wo er in Rom das Amt des Lateran-Kapellmeisters erhielt. Zum überaus reichen Schaffen des von Kaiser Maximilian II. geadelten »princeps musicorum« gehört ein weitgefächertes Spektrum aller Gattungen und eine kompositorische Vielseitigkeit für Kirche, Adel und Bürgertum.
Duruflé, Maurice (1902-1986)
Seine ersten musikalischen Studien machte MAURICE DURUFLÉ 1912-1918 unter der Leitung von Jules Haelling an der Sängerschule der Kathedrale von Rouen. 1920-1928 war Duruflé am Pariser Konservatorium u.a. Schüler von Louis Vierne, Charles Tournemire und Paul Dukas. Er erhielt die ersten Preise für Orgel, Harmonielehre, Klavierbegleitung, Fuge und Komposition. 1929 und 1930 wurde er bei den von den »Amis de l'Orque« veranstalteten Wettbewerben preisgekrönt. 1929-1931 war er Stellvertreter von Louis Vierne an der Orgel von Notre-Dame.
Gesualdo, Carlo - Fürst von Venosa (um 1560-1613)
CARLO GESUALDO entstammte (als zweiter Sohn Don Fabrizios wie als Neffe des Erzbischofs von Neapel) einem der ältesten und vornehmsten Fürstenhäuser im Königreich Neapel und beider Sizilien. Der traditionelle Kunstsinn der Familie kam bereits in der von Don Fabrizio gegründeten musikalischen Akademie zum Ausdruck, deren hervorragendste Mitglieder, Giovanni Macque, Bartholomeo Roy und Pomponio Nenna, vermutlich auf den jungen Gesualdo stilbestimmenden Einfluss ausgeübt haben. Gesualdo entwickelte sich früh zum Virtuosen auf der Basslaute.
Gombert, Nicolas (1495-1560)
Dass die künstlerische Bedeutung NICOLAS GOMBERTs schon von seinen Zeitgenossen erkannt wurde, geht aus Zitaten Hermann Fincks hervor, nach denen Gombert eine Musik schuf, die von der seiner Vorgänger völlig verschieden war. Diese Verschiedenheit liegt nach Finck darin, dass Gombert die Pausen meidet und seine Werke reich an »Harmonien« und Fugen, also Nachahmungen, sind.
Hassler, Hans Leo (1564-1612)
Für den überragenden Rang HANS LEO HASSLERs haben schon die Zeitgenossen ein sehr bestimmtes Gefühl gehabt. Ohne eigentlich in Formgebung und Stil grundsätzlich neue Bahnen zu beschreiten, hat er mit seinem Werk doch tief gewirkt. Eine fast das ganze 17. Jh. erfüllende Musikergruppe in Mainfranken ist ohne seinen Vorgang nicht verständlich, und die Musiker ganz Deutschlands haben ihm hohe Anerkennung gezollt. Es muß die hohe technische Qualität und die persönliche Färbung seiner klangprächtigen Musik gewesen sein, was den Zeitgenossen Bewunderung abnötigte.
Hill, Jackson (*1941)
Der in Alabama geborene JACKSON HILL komponierte bereits mit 14 Jahren und gehört heute zu den international anerkannten und führenden amerikanischen Komponisten für Chormusik. Seine musikalische Tätigkeit führte ihn an die Universitäten von Oxford und Cambridge ebenso wie an führende Universitäten in Amerika und Asien. Als Gewinner zahlreicher Musik- und Kompositionspreise komponierte er bereits für renommierte Ensembles wie Chanticleer oder die King’s Singers.
Josquin Desprez (ca. 1450-1521)
In der Breite und Vielseitigkeit seines Gesamtwerkes übertrifft JOSQUIN DESPREZ alle ihm vorangegangenen Meister bei weitem. Von den Generationsgenossen ist ihm in dieser Beziehung einzig Heinrich Isaac vergleichbar.
Die entscheidende, mit der Bewegung des Humanismus zusammenhängende Tendenz zur Ausdrucksgestaltung und Symbolistik, die Überwindung des mittelalterlichen Rationalismus zugunsten einer Vermenschlichung der Musik fand in Josquin ihren größten, bahnbrechenden Repräsentanten, dessen Werke bis zur Mitte des 16. Jh. als vorbildlich galten.