Duruflé, Maurice (1902-1986)
Seine ersten musikalischen Studien machte MAURICE DURUFLÉ 1912-1918 unter der Leitung von Jules Haelling an der Sängerschule der Kathedrale von Rouen. 1920-1928 war Duruflé am Pariser Konservatorium u.a. Schüler von Louis Vierne, Charles Tournemire und Paul Dukas. Er erhielt die ersten Preise für Orgel, Harmonielehre, Klavierbegleitung, Fuge und Komposition. 1929 und 1930 wurde er bei den von den »Amis de l'Orque« veranstalteten Wettbewerben preisgekrönt. 1929-1931 war er Stellvertreter von Louis Vierne an der Orgel von Notre-Dame. Als Virtuose und einfallsreicher Improvisator gab er zahlreiche Konzerte in Frankreich, Deutschland und England.
Duruflés Werke sichern ihm einen hervorragenden Platz unter den Komponisten der jungen französischen Schule. In seiner Musik herrschen, wie in der von Paul Dukas, Ordnung und Klarheit. Sein Orchester besitzt stets die Geordnetheit des klassischen Orchesters, in welchem jede Gruppe ihre eigene Funktion und ihr Eigenleben bewahrt. Sein vom gregorianischen Gesang inspiriertes »Requiem« wurde schon unmittelbar nach seinem Erscheinen als ein Meisterwerk anerkannt.
(vgl. MGG Bd. 03, S. 1003-1004; (c) Bärenreiter-Verlag 1986)
Werke / Kompositionen
Ubi caritas et amor (SATTB)
Das Werk "Ubi caritas et amor" gehört zu dem Zyklus "Quatre Motets sur des thèmes grégoriens op.10", welchen Maurice Duruflé im Jahr 1960 schrieb. "Ubi caritas et amor" ist das vierte von vier Stücken. Die gregorianische Weise liegt im geteilten Alt. Die Sopranstimme tritt erst im Mittelteil "Exsultemus" in das Geschehen ein, nun mit dem Thema in der oktavierten Lage. Dieser Mittelteil - homophon gesetzt - ist somit fünfstimmig. Der Schluss dieses etwa zweiminütigen Stückes zitiert den Anfang mit thematischem Alt. An den Schluss setzt Duruflé ein herrlich komponiertes "Amen".
»Tota pulchra es Maria (SSA)
Das Stück "Tota pulchra es Maria" gehört zu dem Zyklus "Quatre Motets sur des thèmes grégoriens op.10", welchen Maurice Duruflé im Jahr 1960 schrieb. Es ist das zweite von vier Stücken dieses Zyklus'. Es ist für drei Frauenstimmen (SSA) gesetzt, führt durch Stimmteilungen jedoch stellenweise zur Vierstimmigkeit. Der sich imitatorisch über dem gregorianischen Thema entwickelnde Tonsatz ist infolge häufiger Taktwechsel von leicht schwebender, dem Text entsprechender Leuchtkraft. Der Höhepunkt wird bei "laetitia Israel" erreicht.
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