Gombert, Nicolas (1495-1560)
Dass die künstlerische Bedeutung NICOLAS GOMBERTs schon von seinen Zeitgenossen erkannt wurde, geht aus Zitaten Hermann Fincks hervor, nach denen Gombert eine Musik schuf, die von der seiner Vorgänger völlig verschieden war. Diese Verschiedenheit liegt nach Finck darin, dass Gombert die Pausen meidet und seine Werke reich an »Harmonien« und Fugen, also Nachahmungen, sind. Was sich in Josquins Werken bereits ankündigte, wurde bei Gombert, der möglicherweise Schüler Josquins gewesen war, folgerichtig entfaltet und zum obersten Prinzip erhoben: alle Stimmen treten nacheinander nachahmend auf, die paarige Imitation wird aufgegeben, der Satz dadurch vollstimmiger. Das neue Thema wächst bei Gombert stets aus der Kadenz der vorhergehenden Gruppe heraus, so dass sich nur eine Stimme aus dieser Kadenz löst, zu der sich allmählich die übrigen wieder imitierend gesellen.
